Schwangerschaftskomplikationen im Überblick – und was du selbst tun kannst!

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Keine Frau will Schwangerschaftskomplikationen – und natürlich solltest du dich auch nicht verrückt machen.

Fakt ist leider aber auch, dass Schwangerschaftskomplikationen keinesfalls selten sind – und mit einem erhöhten Risiko für (werdende) Mütter und ihre Kinder verbunden sind.

Trotz regelmäßiger Kontrollen, werden Schwangerschaftskomplikationen manchmal erst etwas spät erkannt. Deswegen ist es besonders wichtig, dass du selbst weißt, was du tun kannst um dein eigenes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen zu senken. Da gibt es nämlich glücklicherweise einiges, was in deiner Hand liegt!

Außerdem kannst du einige Werte (z.B. Blutdruck) auch daheim regelmäßig überwachen – und damit sicherstellen, dass Komplikationen besonders früh erkannt werden und schnell “gegengesteuert” werden kann!

Lies auch: Heimmonitoring in der Schwangerschaft – was du selbst überwachen kannst!


Schwangerschaftsdiabetes

Diabetes kennt vermutlich jeder – die “Zuckerkrankheit”. Aber wusstest du auch, dass es eine speziellen “Schwangerschaftsdiabetes” gibt?

Dabei gerät der Blutzucker erstmals während der Schwangerschaft außer Kontrolle. Häufig normalisiert sich der Blutzucker nach der Schwangerschaft wieder – Schwangerschaftsdiabetes gilt allerdings als Risikofaktor für eine spätere Entwicklung von Diabetes Typ II.

Schwangerschaftsdiabetes - Schwangere Frau misst Blutzucker um Schwangerschaftskomplikationen früh zu bemerken,

Bei Schwangerschaftsdiabetes handelt es sich um eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft – ganze 13% aller Schwangerschaften sind in Deutschland etwa betroffen! Schwangerschaftsdiabetes geht mit einem erhöhten Riskio für Mutter und Baby einher – viele Babies werden “zu groß” (“makrosom”) geboren.

Eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft sowie ausreichend Sport können helfen, das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes zu reduzieren.

Leider wird der Blutzucker nicht immer regelmäßig bei Kontrolluntersuchungen beim Frauenarzt kontrolliert (außer bei Risikopatienten).

Falls du dir Sorgen machst, dass du betroffen sein könntest ohne dass es auffällt, kannst du dir auch ein Blutzuckermessgerät besorgen und regelmäßig selbst deinen Blutzucker überprüfen (am besten nüchtern am Morgen).

Je nachdem wie technik-affin du bist, kann ich dir entweder das Contour Next One (mit Bluetooth und App) oder das einfache und günstige Starterset von Medisana empfehlen!

Blutzuckermessgerät Contour Next One - für Schwangerschaftsdiabetes
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Blutzucker Messen Starterset von Medisana für Schwangerschaftsdiabetes
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Schwangerschaftshypertonie (Bluthochdruck)

Bluthochdruck kennst du vermutlich bereits – und wieder sind Schwangere häufiger betroffen als andere Frauen des selben Alters. Bluthochdruck in der Schwangerschaft betrifft bis zu 10% der Schwangeren und kann negative Auswirkungen für Mutter und Baby haben.

Schwangere Frau misst Blutdruck - Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist eine häufige Schwangerschaftskomplikation
Bluthochdruck in der Schwangerschaft ist eine häufige Schwangerschaftskomplikation

Der “ideale” Blutdruck liegt bei 120/80mmHg. Der höhere Wert wird als systolischer Wert bezeichnet und gibt an, mit wie viel Kraft das Herz das Blut in den Körper pumpt.

Der “untere” Wert wird als diastolischer Wert bezeichnet und gibt Informationen darüber, mit welchem Druck dieses Blut schließlich wieder am Herzen ankommt. Die Differenz der beiden Werte nennt man übrigens “Blutdruckamplitude” – auch sie kann Hinweise auf Erkrankungen geben.

In einer normalen Schwangerschaft sinkt der Blutdruck im ersten Trimester übrigens um ca 10mmHg und normalisiert sich dann im weiteren Verlauf. Bei einigen Frauen ist er jedoch erhöht (systolischer Druck >140mmHg) und erhöht dann leider das Risiko von Präeklampsie, Frühgeburtlichkeit und Plazentaablösung.

Blutdruckmessgerät Withings BPM Connect zur Entdeckung von Bluthochdruck als Schwangerschaftskomplikation
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Um einen erhöhten Blutdruck in der Schwangerschaft früh festzustellen, kannst du zum Beispiel selbst daheim regelmäßig Blutdruck messen. Ich selbst habe dafür das BPM Connect Blutdruckmessgerät von Withings gekauft – es überträgt die Messergebnisse per Bluetooth an mein Smartphone und speichert sie dort.

Präeklampsie

Präeklampsie ist eine ernst zu nehmende Schwangerschaftskomplikation die zumeist erst im zweiten oder dritten Trimester auftritt. Es handelt sich um eine Kombination aus Bluthochdruck und einer Nierenfunktionsstörung.

Dein Körper verliert dabei durch den Urin Proteine und es bilden sich Wassereinlagerungen. Mögliche Symptome sind außerdem Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen. Auch die Leber kann mit betroffen sein.

Ein höheres Risiko besteht für Erstgebärende und Frauen über 35 sowie für Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft schon an Bluthochdruck gelitten haben.

Eine Präeklampsie ist eine potentiell lebensgefährliche Schwangerschaftskomplikation – und je nach Schwere muss daher die Schwangerschaft vorzeitig (mit einem Kaiserschnitt) beendet werden. In schwersten Fällen kann es sogar zu einer Eklampsie mit Krampfanfällen oder einem HELLP-Syndrom kommen.

Urinsticks von One Step zur Erkennung von Proteinurie und Präeklampsie - Schwangerschaftskomplikationen
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Da eine Präeklampsie mit einem erhöhten Blutdruck einhergeht, helfen dir regelmäßige Blutdruckmessungen daheim, eine solche Komplikation unter Umständen früh zu bemerken. Auch Urinsticks ,die Protein im Urin bemerken, können helfen, eine Präeklampsie früh aufzudecken.

Frühgeburtlichkeit

Unter Frühgeburtlichkeit (“Frühchen”) versteht man eine Geburt vor der 36.SSW. Früher sagte man, dass Babies erst ab der 28.SSW lebensfähig sind – heutzutage überleben aber manche Frühchen bereits ab der 24.SSW. Die Chancen sind allerdings gering und mit Folgeschäden muss gerechnet werden – daher sollte man alles tun, eine Frühgeburt zu vermeiden.

Einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Frühgeburtlichkeit ist Rauchen. Babies von rauchenden Schwangeren werden häufiger zu früh geboren – und sind bei Geburt unterdurchschnittlich klein.

Immerhin 11% aller Schwangeren in Deutschland rauchen. Ich sag es mal ganz knapp: das sind 11% zu viel! Rauchen sollte in der Schwangerschaft ebenso ein Tabu sein wie Alkohol!

Schwangere Frau zerbricht Zigarette - Rauchen erhöht das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen
Rauchen sollte in der Schwangerschaft absolut tabu sein!

Thrombose

In der Schwangerschaft ist das Thromboserisiko mindestens 6-8 fach erhöht – und sogar noch mehr im Wochenbett. Falls du unter einer Gerinnungsstörung leidest (ca. 5% aller Frauen haben z.B. eine Faktor V Leiden Mutation), ist dein Risiko noch einmal weiter erhöht.

Die meisten dieser Thrombosen verlaufen weitgehend harmlos, gehen aber potentiell mit Schmerzen und Schwellung einher. In seltenen Fällen kann sich eine solche Verstopfung in einer Vene jedoch lösen und vom Herzen in die Lunge transportiert werden. Dort kann sie dann eine pulmonale Embolie auslösen – eine seltene, aber potentiell lebensbedrohliche Schwangerschaftskomplikation.

Glücklicherweise gibt es ein paar Dinge, die du selbst machen kannst, um dein Risiko einer Thrombose zu verringern:

  • Trink ausreichend Wasser (mindestens 2-3 Liter täglich)
  • Bewege dich mindestens 30 Minuten jeden Tag (ein Spaziergang ist auch okay!)
  • Wenn du überwiegend im Sitzen arbeitest: stehe jede Stunde wenigstens für ein paar Minuten auf und lauf ein paar Schritte
  • Trage Kompressionsstrümpfe (auf Amazon gibt es auch richtig günstige Sets mit süßen Motiven!)

Schwangerschaftskomplikationen vermeiden

Gesunde Ernährung, ausreichend (und passender!) Sport sowie eine Supplementierung von empfohlenen Vitaminen und Spurenelementen sind die Basis einer gesunden Schwangerschaft.

Glücklicherweise helfen dir diese einfach Dinge auch dabei, viele der häufigen Schwangerschaftskomplikationen zu vermeiden (z.B. lässt sich Schwangerschaftsdiabetes oft durch gesunde Ernährung verhindern)

Außerdem kannst du viele Werte in der Schwangerschaft auch selbst überwachen (z.B. Blutdruck) und so Auffälligkeiten viel früher bemerken. Natürlich solltest du dich nicht verrückt machen – aber so kannst du gemeinsam mit deinem Frauenarzt/deiner Frauenärztin an einer gesunden Schwangerschaft arbeiten!

Lies auch: Heimmonitoring in der Schwangerschaft – was du selbst überwachen kannst!

Quellen

  • Koletzko, B.: “Geburtshilfe und Frauenheilkunde”, Georg Thieme Verlag, 2018
  • Broschüre “Fit durch die Schwangerschaft”, Netzwerk Gesund ins Leben, (https://www.ble-medienservice.de/0348/fit-durch-die-schwangerschaft)
  • Poon, L.: “The First-Trimester of Pregnancy – A Window of Opportunity for Prediction and Prevention of Pregnancy Complications and Future Life”, Diabetes Res Clin Pract ., 2018
  • Narayan, B.:”Medical Problems in Pregnancy”, Clin Med (Lond) . 2016
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